FUNtastic-Basketball Arnstadt : USV Jena 89:82 n.V. (73:73)
Thüringenpokal Der Pokal hat seine eigenen Gesetze! FUNtastic-Basketball Arnstadt hat im Thüringen-Pokal für eine Überraschung gesorgt. Der Landesliga-Dritte warf im Achtelfinale nach einem Over-Time-Thriller völlig überraschend und fast sensationell den ungeschlagenen Spitzenreiter der Oberliga (und Pokalverteidiger), USV Jena I mit 89:82 (36:40) aus dem Wettbewerb. Nach einer durchweg engen und spannenden Partie, setzte sich mit den Funtastics letztlich das aggressivere Team verdient durch. Als Gegner im Viertelfinale wartet BC Erfurt III, (ebenfalls ungeschlagener) Tabellenführer der Bezirksliga West. Arnstadt standen zunächst nur sieben Spieler zur Verfügung. Aufgrund der argen Personalnot reaktivierten die Funtastics kurzerhand das Arnstädter Basketball-Urgestein Marko Bischoff. Doch auch die Gegner waren ersatzgeschwächt und reisten ohne ihre drei besten Scorer an.




Die Arnstädter begannen die Partie mit Respekt und dem Wissen nur begrenzter Wechselmöglichkeiten eher zurückhaltend. In der Abwehr setzten sie auf eine Zonenverteidigung, um zumindest in Korbnähe den Gegner in die Schranken weisen zu können. Mit Erfolg: Jena kam damit zunächst nicht zurecht und nahm kaum hochprozentige Würfe. Arnstadt kontrollierte zudem die Bretter, sodass die Gäste erst einmal überhaupt nicht ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Vielmehr waren es die Funtastics, die die Führung übernahmen. Im Gegensatz zu Jena trafen sie ihre Würfe und erspielten sich folgerichtig eine Führung (8:5/4.; 16:11/8.; 22:16/9.). Dann stellten sich die Gäste besser auf Arnstadts Verteidigung ein und nutzen die Freiräume aus der Distanz. Mit einem Dreier zum 27:27 glichen sie Mitte des zweiten Abschnitts den Spielstand wieder aus und gingen kurz später dann 30:27 in Führung. Arnstadts Antwort kam direkt: dank einiger Ballgewinne lagen sie nach einem 7:0-Lauf wieder mit 34:30 (19.) vorn. Jena konterte mit erfolgreichen Distanzwürfen, welche von den Funtastics kurz vor der Pause nicht mehr konsequent verteidigt wurden. Nach einem 10:2-Run stand es zur Halbzeit daher 36:40. 

Nach dem Wechsel behielten die Funtastics ihren ruhigen und präzisen Spielaufbau bei, setzten jetzt jedoch mehr ihre großen Spieler direkt unterm Brett in Szene. Durch fünf Punkte in Folge von Keßler war Arnstadt wieder dran (41:42/22.). Defensiv blieben sie bei ihrer Marschroute, da Jena weiterhin von außen kaum traf. Ab und zu konnten sie auch Ballgewinne in Fastbreak-Punkte ummünzen. Die Partie war nun durchweg eng, Arnstadt meist einen Korb im Rückstand. Mit einem 60:62 ging es ins vierte Viertel. 

Nachdem die Gastgeber kurz die Führung übernahmen (64:62/ 32.), fielen bei den Gästen doch wieder einige Distanzwürfe. So startete Jena einem 11:2-Lauf und lag danach mit 73:66 (36.) in Front. Während dessen wurden sie ihrer Favoritenrolle erstmals annähernd gerecht. Doch drei Minuten guter Basketball sollten nicht ausreichen. Tolle Verteidigung der Funtastics - gemischt mit fehlender letzter Konsequenz bei den Gästen - führte dazu, dass Korth mit einem Sprungwurf zum 70:73 anderthalb Minuten vor Schluss die Hoffnung am Leben erhielt. Danach versuchte Arnstadt mit aller Macht den Anschlusstreffer zu erzielen. Jena konnte sich dem nur mit Fouls erwehren und überschritt so bei Foul an Herzer die Mannschaftsfoulgrenze bei nicht mal mehr 20 Sekunden auf der Uhr. Er verwandelte nur den Zweiten, doch knapp fünf Sekunden vor Schluss nahm Arnstadt nochmal eine Auszeit. Mit einem Dreier könnten sie jetzt sogar das Spiel gewinnen! Der gut herausgespielte Versuch Korths ging jedoch daneben. Beim Reboundversuch bekam Herzer dann mit nur noch 0,6 Sekunden auf der Uhr ein Foul zugesprochen. Eine zwar vollkommen richtige, aber dennoch mutige Entscheidung des Schiedsrichters! Dank der überschrittenen Mannschaftsfoulgrenze standen also zwei Freiwürfe an. Er musste beide treffen, um Arnstadt in die Verlängerung zu bringen. Eine an Spannung kaum zu überbietende Situation, vor allem vor dem Hintergrund, dass er zuvor nur die Hälfte seiner Versuche getroffen hatte. Doch Frank Herzer behielt die Nerven! 

Auch in der Verlängerung ging es eng zu. Zwei Fastbreaks von Korth und Herzer glichen den Rückstand jeweils aus. Dann streute Zila uncharakteristischerweise einen ganz wichtigen Dreier zum 81:81 ein. Korths zweiter Dreier zum 85:81 (44.) brachte das Momentum auf Arnstadts Seite. Von da an war Jenas Gegenwehr gebrochen. Spätestens mit den Freiwürfen zum 87:81 wenige Sekunden vor Schluss machten den Sack zu. Nach dem Schlusspfiff lagen sich erschöpfte aber glückliche Funtastics in den Armen. Von den gut 40 Zuschauern gab er begeisterten Applaus. Ein solches Spiel mit derartiger Spannung hat Arnstadt lange nicht gesehen. Nicht auszudenken, was trotz der bescheidenen Voraussetzungen alles möglich wäre, wenn die Mannschaft dieses Potential regelmäßig abrufen könnte. Das Zeug dazu haben sie auf alle Fälle! 

Arnstadt: Bischoff, Herzer 21 Punkte, Keßler 17, Korth 15, Meuselbach 13, Paternain 5, Zila 18 
Nicht dabei: Fäthke, Fischer, Kästner, Meckel, Meißner, Nießen, Parra Castellano, Schreier, Schuth, Zink 

Jena: Burmeister 10, Corbus 2, Fischer 12, Kreubel 4, Löbel 6, Müller 18, Ommer 10, Petras 3, Warsitzka 17


FUNtastic-Basketball Arnstadt : USV Jena 89:82 n.V. (73:73)

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Werbung
Top Links
Login
Einstellungen

Druckbare Version

Artikel Bewertung
Ergebnis: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht

Verwandte Links
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Thüringenpokal